Baragora, Purulia, West-Bengalen
In Baragora, einem kleinen Dorf bei Purulia im Westen von West-Bengalen, lebt die indigene Bevölkerungsgruppe der Santhal. So wie viele Minderheiten erfahren auch sie Diskriminierung und Benachteiligung. Die hier ansässigen Santhal zeichnen sich nicht nur kulturell, sondern auch durch eine eigene Sprache aus. Die Kinder lernen also die dorfeigene Sprache und haben so große Schwierigkeiten, den Einstieg in die staatlichen Schulen zu schaffen, welche zwar in ausreichender Zahl vorhanden sind, jedoch in der überregionalen Sprache Bengali unterrichten. Um den Kindern und Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, gründet die AGAMEE 2020 in dem Dorf eine Vorschule, in der die ganz kleinen Kinder spielerisch auf den Einstieg in die staatlichen Schulen vorbereitet werden, und organisiert Nachhilfe, vor und nach den regulären Schulzeiten, für ältere Kinder in Mathematik und Englisch (Coaching). Auf diese Weise erhalten die Kinder und Jugendlichen die notwendige Förderung, um nicht in den Slums der Großstädte zu enden. Die Nachfrage ist so groß, dass mittlerweile die Kapazitäten des Schulgebäudes und des Materials erschöpft sind und erweitert werden mussten.


Seit 2020 nehmen mittlerweile 38 Kinder an der Coaching-Klasse teil. Die Nachfrage für jüngere Kinder ist groß, doch die räumlichen Kapazitäten sind erschöpft. Seit Mai 2024 wird die Vorschulkinderbetreuung in einem Hof eines angrenzenden privaten Nachbargebäudes angeboten.

Zusätzlich fördert die AGAMEE die Kulturbildung von Kindern und Jugendlichen. Über Tanzkurse mit traditionellen Tänzen der Santhal sowie Theaterkurse und Sportveranstaltungen wird das Selbstbewusstsein der Heranwachsenden gestärkt und ihre kulturellen Wurzeln bewahrt. Zusätzlich wird eine Plattform geboten, um wichtige soziale Themen und Probleme wie Kinderehen und Gewalt zu behandeln (Foto von AGAMEE).
Gobardanga, West-Bengalen
Die Schule in Gobardanga, nordöstlich von Kalkutta, wurde 1994 gegründet und ist eine der ältesten AGAPE-Schulen. Alle AGAPE-Schulen in Indien werden von dem indischen Projektpartner AGAMEE eigenständig betrieben. Hier in Gobardanga werden vor allem Kinder im Vorschulalter aus armen Familien unterstützt. Sie erhalten in der Schule auch ein warmes Mittagessen. 2024 wurde das sanierungsbedürftige Gebäude mit Mitteln der AGAPE renoviert und modernisiert, damit zukünftig außerhalb der Schulzeiten in den Räumen auch Kurse für Jugendliche wie Englisch-, Näh- und Computerkurse angeboten werden können. In diesem Zusammenhang wurden auch die sanitären Einrichtungen auf einen hygienischen Standard gebracht und der Schulhof neugestaltet. Dieser ist außerhalb der Schulzeit Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen des Dorfes.

Die Kinder werden spielerisch auf die Schule vorbereitet. In Gobardanga werden auch die künstlerischen Fähigkeiten der Kinder durch Mal- und Theaterkurse angeregt.


(Links: Kinder erhalten eine warme Mahlzeit am Tag. Rechts: Einweihungstafel des Schulgebäudes 1994.)
Goaljani, Bangladesch
Die Schule in Goljani ist eines der ältesten Projekte der AGAPE in Bangladesch und hat bereits vielen Kindern aus Goljani und den umliegenden Dörfern durch eine Grundausbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen den Einstieg in staatliche Schulen ermöglicht. Die Schule wurde viele Jahre selbständig von AGAPE Bangladesh finanziert. Jetzt steht eine Renovierung mit dem Einsatz größerer Geldbeträge an, sodass wir den Bedarf an dieser Einrichtung erst kritisch prüfen wollen.

Im Dorf Goljani wurde nach der Gründung der Schule festgestellt, dass das Grundwasser mit Arsen belastet ist. Daher wurde direkt neben der Schule der erste Tiefbrunnen der AGAPE errichtet. Dieser liefert noch heute arsenfreies Wasser. Da die Schule am Dorfrand liegt und nur wenige Haushalte ohne weite Transportwege an das saubere Wasser kommen, haben wir in 2019 noch einen weiteren Tiefbrunnen mitten im Dorf errichtet.
Internat für tibetanische Kinder in Nepal
2022 und 2023 haben wir durch Patenschaften die tibetanischen Schüler der 1. Klasse aus der Schule bei Ghiling im Upper-Mustang-Tal in Nepal unterstützt. Diese Schule wird vom Verein Patta e.V. bzw. der nepalesischen Nichtregierungsorganisation Maitri-Ratna betrieben. Sie ermöglicht es, dass die Kinder bei ihren Familien bleiben können und nicht im weit entfernten Pokhara im Internat untergebracht werden müssen. Wir haben uns 2022 bei einer Besichtigung selbst von der Qualität der Schule überzeugt und obwohl zu diesem Zeitpunkt die Räume noch nicht beheizt werden konnten, bekamen die Kinder warmes Essen und hervorragenden Unterricht.

Der Konflikt zwischen Tibet und China schwelt schon seit vielen Jahren. Inzwischen ist die Grenze dicht und Tibet gehört politisch zu China. Seitdem sind dort keine Projekte mehr möglich. Bereits in den 1950-ern sind viele Tibetaner in das benachbarte Nepal geflohen. Eine bevorzugte Route war das Mustang Tal. Dort leben heute noch sehr viele Tibetaner in ihren Dörfern, aber auch in den Städten, wo sie jedoch bevorzugt in Flüchtlingslagern (Refugee camps) untergebracht sind. Dort bleiben sie unter sich, da sie von der nepalesischen Regierung nicht integriert werden. Der Verein Patta e.V. aus Kassel, gegründet von Katrin Jäger und Tenzin Chomphel, hat im Upper Mustang eine Schule für tibetanische Kinder gegründet. Tenzin stammt selbst aus Ghiling, dem Dorf, in dem sich die Schule befindet.
In der Schule werden ca. 100 Kinder aus Ghiling und den umliegenden Dörfern bis zur Klasse 8 unterrichtet. Dadurch können Sie in der Nähe ihrer Familien bleiben, statt in ein Internat in der weit entfernten Stadt Pokhara zu gehen. Die Ausbildung in der kleinen Schule ist sehr gut, sodass die Kinder mit überdurchschnittlichen Noten die Schule verlassen. Einige der ehemaligen Schüler arbeiten heute als Lehrer an der Schule. Andere gehen nach der Schule zur weiteren Ausbildung in die nächstgelegene Stadt Pokhara oder ins Ausland. Manche – wie Tenzin – kehren dann auch wieder zurück und helfen der infrastrukturschwachen Region. Er hat vor über 20 Jahren die vorhandene heruntergekommene Schule saniert, eine erhebliche Leistung, da Baustoffe mit dem Pferd tagelang in das Tal transportiert werden mussten. Die heutige Straße – wenn man das so nennen kann – ist erst wenige Jahre alt und nur mit Jeep passierbar (Bild links).


Tenzin hat in der Nähe der Schule auch eine Fläche gepachtet und eine Apfelplantage angebaut (Bild rechts). Die Ernte hilft heute, die Ausgaben für den Betrieb der Schule zu erwirtschaften. Da die Bäume aber noch sehr klein sind, reicht die Ernte noch nicht für die Eigenständigkeit der Schule aus. Zukünftig soll die Apfelplantage den Unterhalt der Schule aber vollständig finanzieren.
Wir haben uns entschieden, in 2022 und 2023 die sachgebundenen Spenden für Patenschaften für diese Schule auszugeben und haben in diesen beiden Jahren die gesamte 1. Klasse als Paten übernommen. Wir bleiben mit Patta in Kontakt und erneuern unsere Unterstützung bei Bedarf. In diesem Zusammenhang wollen wir mit einem Prototyp einer solarbasierten Heizung für das Schulgebäude unterstützen.

Schüler*innen der von AGAPE e.V. geförderten 1. Klasse (ein Kind fehlt, Foto von Katrin Jäger, Patta e.V., 2022).
Ausführliche Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter https://www.patta-ev.de/ und http://maitri-ratna.org/index.php.
Perspektiven für Roma-Kinder in Rumänien
Der Anteil an Sinti und Roma in Rumänien ist hoch und sie werden häufig systematisch benachteiligt. Um Jugendlichen aus Sinti- und Roma-Familien eine bessere Chance zu geben, setzt sich der Heidelberger Verein A.I. Cuza dafür ein, dass sie ganzheitlich durch außerschulische Aktivitäten mit handwerklichen Ausbildungsmöglichkeiten für ein besseres Selbstbewusstsein der Kinder unterstützt werden.
„Agape – Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt die Gesellschaft Al. I. Cuza bei einem Jugendeinbindungsprojekt (Projekt-Buduhala), mit dem Zweck, Roma-Kinder in die Gesellschaft zu integrieren.
Die Kinder und Jugendlichen kommen aus prekären Verhältnissen, brechen die Schulausbildung ab und haben ohne fertige Ausbildung nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. "Der Verein hat eine Werkstatt errichtet, in der Jugendliche Gelegenheit haben, traditionelle Berufe wie Korbflechter oder Holzschnitzer zu erlernen. Um hier aufgenommen zu werden, müssen sie nachweisen, dass sie regelmäßig die staatliche Schule besuchen. Als Anreiz, in die Berufsschule zu kommen, wird ihnen ein Imbiss angeboten; Kleidung und finanzielle Hilfe für die Familie werden aus dem Erlös, erzielt durch den Verkauf hier produzierter Waren, bereitgestellt. Die Schüler*innen werden von zwei Meistern aus dem Dorf in das Handwerk eingewiesen, jeweils drei Tage pro Woche, drei Stunden nachmittags" (Projekt-Buduhala).


(Bild links: die Kinder lernen Körbe zu flechten. Bild rechts: von der Decke hängt selbst geschnitztes Besteck)
Dieses Projekt ist inzwischen eigenständig bzw. wird von anderer Seite unterstützt. Wir werden in den kommenden Jahren an dieses Projekt „andocken“, indem wir Computer- und Nähkurse anbieten wollen. Derzeit suchen wir noch geeignete Instruktoren dafür.
