Trinkwasser
Inzwischen hat fast jedes Dorf mindestens einen regierungseigenen Tiefbrunnen. Zunehmend werden auch private Brunnen gebohrt und oft mit Pumpe und Vorratstank versehen. Dieses Wasser ist kostenfrei zu entnehmen und scheinbar unendlich vorhanden. Tatsächlich kommt das Wasser aus einer Tiefe von > 150 m und ist gespannt, d.h. der Druck im Untergrund lässt das Wasser fast bis zur Oberfläche ansteigen. Mit den vorhandenen Brunnen zeichnet sich schon jetzt ab, dass bis in 20 Jahren der Druck so weit nachgelassen hat, dass mit den vorhandenen Brunnen kein Wasser mehr entnommen werden kann. Der Erfolg der letzten Jahre ist damit langfristig nicht nachhaltig, da alle bisher installierten Brunnen trockenfallen. Zudem müssen dann neue größer dimensionierte und somit wesentlich teurere Tiefbrunnen gebohrt werden. Daher muss mit diesem kostbaren Wasser sorgsam umgegangen werden, z.B. nur als Trinkwasser. Es gibt flaches Grundwasser, das sich ständig nachbildet und für die meisten Zwecke ausreicht oder ggf. mit einfachen Techniken aufbereitet werden kann, z.B. durch Sandfilter.
Mikroplastik
Mit dem Fortschritt im Land kommt unweigerlich auch ein Mehr an Abfällen. Bisher wurde fast alles verwertet, doch zunehmend kommt nicht verwertbarer Plastikmüll zum Einsatz. Bis 2014 waren Plastikverpackungen verboten, und es gab ein ausgeklügeltes Recycling für die anfallenden Materialien. Inzwischen erstickt das Land mangels geeigneter Müllsammel- und verwertungssysteme im Plastikmüll, der überall einfach so abgelegt wird oder illegal verbrannt wird, wobei teilweise sehr giftige Dämpfe entstehen. Wir wollen in den Schulen dieses Thema behandeln, insbesondere im Hinblick auf Müllvermeidung und ein Bewusstsein schaffen, dass Plastikmüll in der Landschaft nicht nur ein optisches Problem darstellt, sondern auch mittelfristig als Mikroplastik in die Körper von Tieren und Menschen eingebaut wird.
Schulgärten
Es ist gesichert, dass sich das Klima auf der Erde verändert. Dies ist nicht zwingend eine Erwärmung; es ist vielmehr eine Veränderung der Jahreszeiten und eine geringere Planbarkeit, die zunehmend zu Ernteeinbußen oder sogar –ausfällen führt. Der Klimawandel ist nach derzeitigem Stand der Forschung durch erhöhte Kohlendioxidgehalte verursacht und wird auf die Verbrennung von fossilen Brennstoffen zurückgeführt. Verstärkt wird der Effekt durch die Abholzung von Bäumen, die so nicht mehr das Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln können und den Kohlenstoff dauerhaft binden. Natürlich sollte man in den Industrieländern schneller reagieren. Aber jeder Einzelne kann auch in Bangladesch etwas mit der Pflanzung von Bäumen beitragen. Aus diesem Grund haben wir bereits drei Schulgärten angelegt, damit die Kinder spielerisch die Vorteile von Bäumen (Schatten und Früchte) erkennen und die Thematik des Klimawandels lernen.
