Der Verein

Seit 1991 hat der gemeinnützige Verein Agape in den Slums von Indien, Bangladesh, Nepal sowie in Tibet zwei Waisenhäuser und 18 Schulen gebaut. Für ihren Einsatz hat die Gründerin und Vorsitzende Christine Weitmann das Bundesverdienstkreuz bekommen. Über ihren alljährlichen Aufenthalt in diesen Ländern und ihre Arbeit vor Ort berichtet sie in ihrem Buch "Tropfen höhlen Steine". Das Vorwort dazu schrieb Dalai Lama.

 

Inzwischen sind die Schulen selbstständig, so dass der Verein sich neuen Herausforderungen zuwenden kann, vor allem in Bangladesh. Dort sind mehr als dreißig Millionen Menschen Opfer des Giftes Arsen, das vom Himalaya über die Aquifere ins Grundwasser gelangt und somit Felder und Trinkwasser kontaminiert. Diese Katastrophe ist nicht von Menschenhand verursacht, sondern geogen.

 

Fast ein Drittel der Bevölkerung trinkt Wasser, das den Arsengrenzwert der WHO um mehr als das Zehnfache überschreitet. Die Folgen sind Leber-, Lungen- und Darmkrebs. Von Unicef wurden Millionen Pumpbrunnen installiert, die der Bevölkerung frisches Trinkwasser liefern sollten - eine Fehleinschätzung, da das Wasser mit Arsen kontaminiert war. Somit trinkt die ärmste Bevölkerung der Welt weiterhin toxisches Wasser - eine Ironie des Schicksals! Mit dem täglichen Verzehr von Reis, Obst und Gemüse wird das tödliche Arsen auch über die Nahrungskette aufgenommen. Nach Einschätzung der WHO ist diese schleichende Verseuchung "die größte Massenvergiftung der Geschichte", wie die Süddeutsche Zeitung 2003 schrieb.

 

Es war ein großes Anliegen der Vorsitzenden, die Schüler von Agape mit arsenfreiem Wasser zu versorgen. Sie ließ zunächst im Schulbereich dreihundert Meter tiefe Brunnen bohren, die den Bewohnern Zugang zu arsenfreiem Wasser ermöglichten. Danach veranlasste sie die Installation von Sonofiltern in jedem Haushalt der Dörfer, in denen der Verein Schulen gebaut hatte. Inzwischen versorgt Agape 20 Dörfer mit Sidko-Filteranlagen, die das giftige Spurenelement mittels Eisenhydroxid und Sand aus dem kontaminierten Wasser eliminieren. Die internationale Gemeinschaft bemüht sich viel zu wenig um die Lösung der Arsenfrage, obwohl diese schon jahrzehntelang bekannt ist. Denn dort, wo es nichts zu holen gibt, wird auch nicht investiert. Probleme ressourcenarmer Länder sind leider nicht von großem Interesse und werden auch gern von der Presse verschwiegen.

 

In Dhaka forderte der Einsturz der Textilfabrik, einer der größten Industrieunglücke der vergangenen Jahrzehnte, über tausend Verschüttete unter den Trümmern von Rana Plaza. Zurück blieben verletzte und äußerst traumatisierte Näherinnen, die dort unter unmenschlichen Bedingungen gearbeitet hatten. Heute verdienen viele von ihnen ihren Lebensunterhalt in der von Agape gegründeten Näherei - mit hellen Räumen, freundlichem Arbeitsklima und in würdigen Verhältnissen.

 

Auch hier könnte nicht nur auf internationaler Ebene, sondern auch durch private Initiativen geholfen werden.