Sauberes Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser gehört zu den Menschenrechten sowie zu den Zielen der AGENDA 2020 - den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Obwohl Brunnen meist mikrobiell unbelastetes Wasser liefern, können andere Inhaltsstoffe ein Problem sein. In einigen Regionen der Welt ist das Grundwasser aufgrund der darin enthaltenen gelösten Substanzen nicht bedenkenlos trinkbar. Insbesondere Arsen stellt ein großes Problem dar, von dem vor allem Deltaregionen wie Indien und Bangladesch betroffen sind. Arsen ist ein toxisches Halbmetall, das bereits in geringen Mengen gesundheitliche Folgen haben kann - es führt zu Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und zerstört das Nervensystem. Die meisten Menschen in den betroffenen Regionen nehmen problematische Dosen insbesondere über das Trinkwasser auf. Das Problem ist schon seit vielen Jahrzehnten bekannt und verschiedene Lösungen wurden entwickelt, um die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen:

 

  • Tiefbrunnen sind zwar in manchen Regionen mit der geeigneten Geologie eine gute Lösung, aber nicht überall ein Garant für unbedenkliches Trinkwasser. Auch Tiefbrunnen können Arsen oberhalb des zulässigen Grenzwertes oder andere gesundheitsgefährdende Stoffe wie Mangan und Phosphat enthalten. Außerdem sind Tiefbrunnen sehr teuer und deshalb nur in Gemeinschaftsnutzung sinnvoll, was in den ländlicheren Regionen nicht umsetzbar ist. Bisher ist auch nicht geklärt, ob die tiefen Brunnen langfristig arsenfrei bleiben oder mit zunehmender Nutzung ebenfalls belastet werden. 
  • Gemeinschaftsfilteranlagen wie SIDKO sind eine gute Lösung an zentralen Standorten wie Martplätzen und Bahnhöfen, um großen Menschenmengen sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. Das Wasser wird zweistufig gefiltert. Allerdings sind viele der Anlagen mittlerweile veraltet und eine nachhaltige Lösung für die Entsorgung der arsenbelasteten Filtermaterialien gibt es bislang nicht. 
  • Haushaltsfilter wie SONO sind einfach zu handhaben und gerade in den ländlichen Regionen, die in der Regenzeit bisweilen komplett abgeschnitten sind, eine mögliche Lösung. Die jahrelange Erfahrung mit dem System hat allerdings gezeigt, dass eine langfristige Nutzung nur dann machbar ist, wenn Ersatzteile nachgekauft werden können und eine geeignete Infrastruktur für die Wartung vorhanden ist. 

Mit vielen Jahrzehnten an Erfahrung und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universtitäten (Uni Heidelberg, TU Darmstadt, KIT Karlsruhe) trägt AGAPE zur Entwicklung verbesserter und nachhaltiger Filtersysteme bei.

 

 

Tiefbrunnen

Tiefbrunnen stellen nach Ansicht vieler Experten eine sinnvolle Methode dar, arsenfreies Wasser zu gewinnen. Die Errichtung von Tiefbrunnen als Universalmaßnahme ist allerdings keine Option, weil sie sehr teuer sind und daher nur für die Versorgung an zentralen Plätzen geeignet. Umfassende Kenntnisse über die Untergrundverhältnisse sind erforderlich, damit eine sinnvolle Tiefe der Brunnen festgelegt werden kann. Eine Garantie, dass das Wasser arsenfrei ist, gibt es auch dann nicht. In der Regel wird aber auch in größeren Tiefen Grundwasser angetroffen, das nach unserem Verständnis keine Trinkwasserqualität hat. Es sollte also auch Wasser aus Tiefbrunnen nicht unaufbereitet getrunken werden.

 

Bild links: Dr. Martin Maier am ersten AGAPE-Tiefbrunnen an der Grundschule in Goljani, der bis heute arsenfrei ist.

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Gemeinschaftsfilter

Gemeinschaftsfilter sind eine gute Möglichkeit, um auch einkommensschwachen Familien Zugang zu sauberem Wasser zu bieten. Besonders effizient genutzt werden können solche Anlagen an Schulen, Marktplätzen oder Bahnhöfen. Im Gegensatz zu Kleinfilteranlagen können solche Großfilter durch einen Betreiber gewartet und betreut werden.

 

Als Alternative zu den veralteten SIDKO-Anlagen wollen wir Schulen mit kostengünstigen und rückspülbaren Filtern ausstatten. Erste Prototypen sind bereits seit 2017 erfolgreich im Einsatz und werden fortwährend optimiert. Im folgenden Beitrag zeigen wir die Anfänge der Projekte mit der Aufstellung von SIDKO-Filtern bis zu den aktuellen Entwicklungen mit innovativer Technik in Kooperation mit Universitäten und der Industrie.

 

links: Wasserfilter, gesponsert von der Fa. WatchWater,  produziert arsenfreies Wasser an einer Schule in Dadpur.

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Haushaltsfilter

Haushaltsfilter werden in Bangladesch schon seit langem zur Eisenentfernung eingesetzt. Denn im Gegensatz zu Arsen hat Eisen einen schlechten Geschmack und führt zur Verfärbung von darin gekochten Lebensmitteln. Außerdem ist es allein mit einfachen Sandfiltern leicht zu entfernen. Je nach Region gibt es unterschiedliche Bauarten, die gemäß unserer Untersuchungen in der Regel das Eisen entfernen, nicht aber für die Eliminierung von Arsen geeignet sind. Im folgenden Beitrag zeigen wir die früheren und die heutigen Projekte unserer gemeinnützigen Tätigkeit in Kooperation mit den Universitäten und der Industrie.

 

Bild links: Eine Studentin der TU Darmstadt inspiziert lokale Wasserfilter zur Entfernung von Eisen aus Wasser in Ullapara (NW Bangaldesch).

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Bereitstellung von verrohrter Wasserversorgung

In Boalia wurde in 2016 von AGAPE auf dem Marktplatz ein Tiefbrunnen errichtet, der gutes und arsenfreies Wasser liefert. Er wird dort von den Menschen gut angenommen.

Unweit von dem Marktplatz befindet sich eine Grundschule, bei der durch Probenahmen der AGAPE Wasser mit sehr schlechter Qualität angetroffen wurde. Seit 2018 wird die Schule nun über Rohrleitung durch den Tiefbrunnen mit sauberem Wasser versorgt.

 

An einer anderen Schule in Dadpur wurden mehrere konventionelle Brunnen beprobt. Während einer der Brunnen an der High-School sauberes Wasser liefert, mussten die anderen Brunnen an der Primary School als sehr kritisch eingestuft werden. Durch Finanzmittel der AGAPE wird nun die Grundschule über Rohrleitung von der anderen Schule versorgt.

 

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Prüfung und Monitoring der Wasserqualität an vorhandenen Brunnen

Das Auswärtige Amt gibt an, dass 663 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberen Wasser haben (Stand 2015). Viele Faktoren können zu einer Trinkwassergefährdung führen. In Bangladesch und West Bengalen stellen insbesondere hohe Arsengehalte im Grundwasser ein Problem dar, denn das Halbmetall ist krebserregend und schon bei kleinsten Mengen gesundheitsschädigend.

 

In Bangladesch wissen viele Menschen nichts über die Wasserqualität ihres Brunnens. Deshalb initiierte AGAPE mit Unterstützung der Universität Heidelberg 2015 eine erste kleine Probenahmekampagne in Sirajganj und Pabna. Dabei wurde nicht nur der Arsengehalt der Brunnen geprüft, sondern alle gefährlichen Inhaltsstoffe berücksichtigt. Seitdem wurden in mehreren Forschungsprojekten der Universität Heidelberg weitere Brunnen in Sirajganj, Pabna und Habiganj beprobt. Für besonders stark betroffene Regionen entwickelt AGAPE Filtersysteme oder stellt Tiefbrunnen zur Verfügung.

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