Haushaltsfilter

Haushaltsfilter werden in Bangladesch schon seit langem zur Eisenentfernung eingesetzt. Denn im Gegensatz zu Arsen hat Eisen einen schlechten Geschmack und führt zur Verfärbung von darin gekochten Lebensmitteln. Außerdem ist es allein mit einfachen Sandfiltern leicht zu entfernen. Je nach Region gibt es unterschiedliche Bauarten, die gemäß unserer Untersuchungen alle nicht für die Eliminierung von Arsen geeignet sind. Im folgenden Beitrag zeigen wir die früheren und die heutigen Projekte unserer gemeinnützigen Tätigkeit in Kooperation mit den Universitäten, der Industrie und der großzügigen Förderung durch Drittmittelgeber.

 

Bild links: Eine Studentin der TU Darmstadt inspiziert lokale Wasserfilter zur Entfernung von Eisen aus Wasser in Ullapara (NW Bangladesch)

 

Weiterlesen …

Gemeinschaftsfilter

Gemeinschaftsfilteranlagen sind eine gute Möglichkeit, um auch einkommensschwachen Familien Zugang zu sauberem Wasser zu bieten. Besonders effizient genutzt werden können solche Anlagen an Schulen, Marktplätzen oder Bahnhöfen. Im Gegensatz zu Kleinfilteranlagen können solche Großfilter durch einen Betreiber gewartet und betreut werden.

 

Als Alternative zu den veralteten SIDKO-Anlagen wollen wir Schulen mit kostengünstigen und rückspülbaren Filtern ausstatten. Erste Prototypen sind bereits seit 2017 erfolgreich im Einsatz und werden fortwährend optimiert. Im folgenden Beitrag zeigen wir die Anfänge der Projekte mit der Aufstellung von SIDKO-Filtern bis zu den aktuellen Entwicklungen mit innovativer Technik in Kooperation mit Universitäten und der Industrie.

 

Bild links: Wasserfilter, gesponsert von der Fa. WatchWater, produzierte arsenfreies Wasser an einer Schule in Dadpur.

Weiterlesen …

Tiefbrunnen

Tiefbrunnen stellen nach Ansicht vieler Experten eine sinnvolle Methode dar, arsenfreies Wasser zu gewinnen. Die Errichtung von Tiefbrunnen als Universalmaßnahme ist allerdings keine Option, weil sie sehr teuer sind und daher nur für die Versorgung an zentralen Plätzen geeignet. Umfassende Kenntnisse über die Untergrundverhältnisse sind erforderlich, damit eine sinnvolle Tiefe der Brunnen festgelegt werden kann. Eine Garantie, dass das Wasser arsenfrei ist, gibt es auch dann nicht. In der Regel wird aber auch in größeren Tiefen Grundwasser angetroffen, das nach unserem Verständnis keine Trinkwasserqualität hat, weil es andere Stoffe wie Phosphat und Mangan enthalten kann. Bisher ist auch nicht geklärt, ob die tiefen Brunnen langfristig arsenfrei bleiben oder mit zunehmender Nutzung ebenfalls belastet werden.

 

Inzwischen sind sich die Experten einig, dass es sich bei dem tiefen Wasser um fossiles Wasser handelt, das nur sehr untergeordnet nachgebildet wird. Deshalb ist ein sorgsamer Umgang mit diesem Wasser erforderlich, damit kommende Generationen noch etwas davon haben.

 

Bild links: Dr. Martin Maier am ersten AGAPE-Tiefbrunnen an der Grundschule in Goljani, der bis heute arsenfrei ist.

Weiterlesen …

Reinigung, Reparatur und Erweiterung bestehender (Tief)Brunnen

In Bangladesch gibt es sehr viele Brunnen, doch die meisten Flachbrunnen sind mit Arsen sowie mikrobiell belastet. Deshalb werden von der bangladeschischen Regierung oder in Privatinitiativen zunehmend an zentralen Orten Tiefbrunnen gebaut, die von größeren Gemeinschaften genutzt werden. Allerdings sind die gemeinschaftlich genutzten Tiefbrunnen üblicherweise mit Handschwengelpumpen sehr wartungsintensiv und gehen bei häufiger Nutzung mit der Zeit kaputt. Die Reinigung und Reparatur der Brunnen sind deutlich günstiger als die Neuerrichtung eines Tiefbrunnens. Die Erweiterung bestehender arsenfreier Brunnen mit elektrischen Pumpen, Tanks und Rohrleitungen ist ein sinnvoller Ansatz, um bestehende Brunnen effizient und nachhaltig zu nutzen.

 

Weiterlesen …

Bereitstellung von sauberem Leitungswasser

Unsere neueste Strategie ist die Bereitstellung von verrohrten Wassersystemen. Hierbei werden unbelastete regierungseigene Tiefbrunnen oder auch die anderer Eigentümer an Rohrleitungen angeschlossen und benachbart gelegene Einrichtungen (Schulen, Märkte oder Krankenhäuser) mit fließendem Wasser versorgt. Dies ist für Hygiene und Gesundheit essenziell.

 

Allerdings kann Grundwasser, das in Tanks zwischengelagert und über Leitungsnetze verteilt wird, gerade in warmem Klima eine hohe mikrobielle Belastung aufweisen. Uns ist wichtig, dass die von uns betriebenen Brunnen und Leitungsnetze unbedenkliches Wasser liefern. Deshalb haben wir die Universität Heidelberg eingebunden und eine technische Fachkraft eingestellt. Er ist von uns eingelernt und trägt Sorge, dass die Tanks und Leitungen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Langfristig wird seine Stelle über die Nutzer des Wassers durch eine kleine Nutzungsgebühr finanziert.

 

Aktuell haben wir 17 solcher Wasserwerke installiert. Exemplarisch haben wir auf den folgenden Seiten die ersten in Sholop, Boalia, Dadpur, Goaljani und Ibrahimnagor beschrieben.

Weiterlesen …

Prüfung und Monitoring der Wasserqualität an vorhandenen Brunnen

In Bangladesch und West-Bengalen stellen hohe Arsengehalte im Grundwasser ein massives Problem dar, denn das Halbmetall ist krebserregend und schon in geringsten Mengen gesundheitsschädigend.

In Bangladesch wissen viele Menschen nichts über die Wasserqualität ihres Brunnens. Deshalb initiierte AGAPE mit Unterstützung der Universität Heidelberg 2015 eine erste kleine Probenahmekampagne in Sirajganj und Pabna. Dabei wurde nicht nur der Arsengehalt der Brunnen geprüft, sondern alle gefährlichen Inhaltsstoffe berücksichtigt. Seitdem wurden in mehreren Forschungsprojekten der Universität Heidelberg weitere Brunnen in Sirajganj, Pabna und Habiganj beprobt. Für besonders stark betroffene Regionen entwickelt AGAPE Filtersysteme oder stellt andere Methoden zur Entfernung von Arsen zur Verfügung.

Weiterlesen …

Projektübersicht Wasser und Hygiene

Das sind unsere aktuellsten Projekte:

 

  • 2026: Aufstellen von 200 Sand- bzw. Manganfiltern in den Projektgebieten Ullapara und Nabigonj in Kooperation mit dem Department for Public Health Engineering (DPHE) und Förderung durch die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit (SEZ) mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg (bwirkt! Ausland)
  • 2025: Installation von 9 weiteren kleinen Wasserwerken (verrohrte Wasserverteilungsnetze) unter Nutzung vorhandener regierungseigener Tiefbrunnen des Department for Public Health Engineering (DPHE) inkl. regelmäßiger Überwachung und Desinfektion
  • 2025: Aufbau einer Solaranlage in Ibrahimnagor zum autarken Betrieb des Wasserwerkes inkl. zinsfreien Mikrokredit für die Dorfgemeinschaft. Amortisation in ca. 4 Jahren, danach kostenfreier Betrieb.

 

Wenn Sie noch weitere Projekte ansehen möchten, drücken Sie bitte auf "Weiterlesen"

Weiterlesen …